#Zukunftsfragen und #GalerieDerArbeit

Gestern haben wir den ersten Beitrag in unserer Reihe #Zukunftsfragen gepostet, heute folgte der erste Beitrag unserer #GalerieDerArbeit. Wöchentlich wollen wir auf Twitter, Facebook und Instagram Fragestellungen, Zitate und Kurioses posten, welche uns im Rahmen unseres Projektes begegnet sind.

Die #Zukunftsfragen beschreiben in diesem Kontext Fragen über die Arbeit von morgen, über die sich aktuell die Öffentlichkeit sowie Expert*innen aus Politik und Wissenschaft Gedanken machen; die #GalerieDerArbeit basiert auf der gleichnamigen Miniausstellung, die wir bei unserer Werkstatt in Durlach aufgebaut haben und veranschaulicht, wie Arbeit und ihre Zukunft in den letzten Jahrhunderten gedacht und verhandelt wurde. Unser Ziel ist es, zum Nachdenken anzuregen und zur Diskussion einzuladen.

 

Gestern #Zukunftsfragen, heute #GalerieDerArbeit: Ab heute posten wir jeden Mittwoch unter diesem Hashtag in Zitatform Stellungnahmen und Zukunftsvisionen zur Arbeit und zu den #ArbeitsweltenDerZukunft, auf die wir bei unseren Recherchen gestoßen sind. Unser erstes Zitat stammt von dem britischen Schriftsteller Arthur C. Clarke (1917-2008), Drehbuchautor des Films „2001: Odyssee im Weltraum“, der sich 1987 einen Tag im Jahr 2019 vorstellte – inklusive Robotereinsatz zur Freizeitgestaltung. Das dazugehörige Zitat entstammt Clarkes Sachbuch „2019-07-20: Ein Tag im 21. Jahrhundert“, welches 1987 auch in Deutschland erschien. Der Nachruf auf Clarke in der SPIEGEL-Ausgabe vom 22.03.2008 findet sich hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56299172.html #Arbeitszukunft @wissenschaftsjahr #Wissenschaftsjahr2018 #Wissenschaftsjahr #Roboter #Maschine #Digitalisierung #digital #Zukunft #Scifi #SF #robot #robots #robotics #industrieviernull #arbeitenviernull #industrie40 #Freizeit #ArthurCClarke#Odyssee2001

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Filmvorführungen „Ohne Hände geht nix“ und „Ohne digital geht nix“ im Stadtmuseum Halle

Im Rahmen des Sommersemester 2018 hat unsere Regisseurin Uta Kolano an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein Seminar angeboten, in dessen Rahmen die Studierenden eigene Filme zum Thema des Wissenschaftsjahres erstellt haben. Diese werden im Herbst 2018 an zwei Terminen im Stadtmuseum Halle vorgeführt und mit Expert*innen diskutiert.

WIE WOLLEN WIR MORGEN ARBEITEN?

Die viel beschworene Digitalisierung und die Automatisierung machen auch vor dem großen Bereich der Arbeit nicht halt. Wie wollen wir in Zukunft arbeiten und welche einschneidenden Veränderungen stehen uns als Gesellschaft bevor? Dieser Frage sind Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018 nachgegangen und haben dazu vier Kurzfilme gedreht, die im Herbst im Stadtmuseum Halle gezeigt und anschließend besprochen werden sollen.

THEMENABEND „OHNE HÄNDE GEHT NIX“, 26. SEPTEMBER 2018, 19 UHR, STADTMUSEUM HALLE

Der erste Themenabend „Ohne Hände geht nix“ beschäftigt sich mit dem Wandel der Arbeit in den Bereichen des Backhandwerkes und der Landwirtschaft. Ein hoher Technisierungsgrad bringt in diesen Bereichen zwangsläufig Veränderungen mit sich.

THEMENABEND „OHNE DIGITAL GEHT NIX“, 24. OKTOBER 2018, 19 UHR, STADTMUSEUM HALLE

Beim zweiten Themenabend „Ohne digital geht nix“ werden die Bereiche Medizin und Programmieren im Mittelpunkt stehen. Auch dort gibt es rasante Fortschritte durch immer neuere Technologien. Sprechstunden über Videotelefonie und OP-Roboter sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Wie verändert das die Arbeit der Betroffenen? Und wir als Gesellschaft müssen uns die Frage stellen: Wollen wir das?

Beide Veranstaltungen werden von Studierenden im Rahmen des Projekts „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft“ organisiert, welches im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2018 „Arbeitswelten der Zukunft“ stattfindet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Flyer der beiden Veranstaltungen [PDF]

Themenabend „OHNE HÄNDE GEHT NIX“ auf Facebook

Themenabend „OHNE DIGITAL GEHT NIX“ auf Facebook

Interview: „Technikentwicklungen haben seit den 1970er Jahren ‚ihre Unschuld verloren‘“

Im Vorfeld unserer Diskussionswerkstatt in Durlach erhielten alle unsere Referentinnen und Referenten einen Fragekatalog, der zur Vorbereitung des Podiumsgesprächs diente. Nicht alle gestellten Fragen konnten in 90 Minuten abgearbeitet werden; da die Antworten oft spannend waren und auch für uns neue Informationen enthielten, werden wir einige dieser Interviews in den nächsten Wochen und Monaten veröffentlichen. Das letzte unserer vier Interviews führten wir mit Bettina-Johanna Krings vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie. Frau Dr. Krings ist an ihrem Institut Leiterin des Forschungsbereichs „Wissensgesellschaft und Wissenspolitik“, dessen Schwerpunkt unter anderem der technische Wandel und seine gesellschaftlichen Folgen sind. Das ITAS hat in der Vergangenheit unter anderem den Deutschen Bundestag, das EU-Parlament, die EU-Kommission sowie viele Bundes- und Landesministerien beraten, wenn es um die möglichen Folgen von Technologien geht. Frau Krings ist zudem stellvertretende Sprecherin des Topics „Arbeit und Technik“ im Rahmen des Schwerpunktes „Mensch und Technik“ des Karlsruher Instituts für Technologie.

Frau Krings, können Sie uns und den Leser*innen kurz beschreiben, welche Forschung am ITAS betrieben wird und wie Sie in Ihrem eigenen Forschungsbereich vorgehen?

Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) erforscht wissenschaftliche und technische Entwicklungen in Bezug auf deren systemische Zusammenhänge sowie deren Folgen auf soziale Veränderungen. So erarbeitet und vermittelt es Wissen und Bewertungen und entwirft Handlungs- und Gestaltungsoptionen im Hinblick auf technische Entwicklungen. Ethische, ökologische, ökonomische, soziale, politisch-institutionelle und kulturelle Fragestellungen stehen hierbei im Mittelpunkt der Forschung. Wesentliche Ziele sind die Beratung der Forschungs- und Technikpolitik, die Bereitstellung von Orientierungswissen zur Gestaltung sozio-technischer Systeme sowie die Durchführung diskursiver Verfahren zu offenen oder kontroversen technologiepolitischen Fragen.

Weswegen ist Technikfolgenabschätzung – von Wissenschaftler*innen, die sie betreiben, oft mit ‚TA‘ (‚technology assessment‘) abgekürzt – wichtig, für die Wissenschaft, für die Politik, für die Gesellschaft? Was erhoffen sich Politik und gesellschaftliche Gruppen von TA?

Über den wissenschaftlich-technischen Fortschritt haben sich moderne (westliche) Gesellschaften konstituiert. Er bildet noch immer das Rückgrat gesellschaftlichen Wandels. Diese Entwicklungen haben sich jedoch auch zu Schattenseiten des gesellschaftlichen Wandels entwickelte, wie das Beispiel des Klimawandels, der starken Zunahme des Ressourcenverbrauchs sowie die technisch induzierten Risiken zeigen. Technikentwicklungen haben seit den 1970er Jahren ‚ihre Unschuld verloren‘. Die TA ist genau vor diesem Hintergrund entstanden: den wissenschaftlich-technischen Wandel verstärkt zu reflektieren und seine Folgen für Gesellschaften sichtbar und verhandelbar zu machen. Für die Politik bildet TA eine wichtige Quelle der Informationen und Einschätzungen zu spezifischen Fragen neuer technischer Innovationen wie die Arbeit des Büros für Technikfolgenabschätzung am Deutschen Bundestags zeigt (TAB).

Welche wissenschaftlichen und technischen Veränderungen in der Arbeitswelt stehen aktuell zur Debatte? Wie könnte der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Was sind die großen Themen, die Sie am ITAS in diesem Bereich beschäftigen?

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik bestimmen sicherlich das Feld, das momentan am intensivsten öffentlich diskutiert und bearbeitet wird. Diese Entwicklungen betreffen in besonderem Maße verschiedene Arbeitsfelder, beispielsweise in der Industrie oder in der Pflege. Diese Beispiele werden am ITAS intensiv beforscht. Der Arbeitsplatz der Zukunft entwickelt sich weiterhin auf der Basis digitaler Systeme weiter. Wir vermuten, dass die Quantifizierung und Informatisierung von Arbeitsprozessen voranschreiten wird, was sich natürlich extrem auf die Gestaltung zukünftiger Arbeitsplätze auswirken wird.

Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung zu diesen – Zustimmung, Sorgen, Indifferenz? Gibt es Themen, die mehr Aufmerksamkeit finden als andere? Was sind die Chancen und Risiken, welche erwartbar sind?

Grundsätzlich habe ich nicht den Eindruck, dass es hierzu intensive gesellschaftliche Debatten gibt. Jede große und bedeutsame Tages- bzw. Wochenzeitung hatte eine Serie zum Themenfeld ‚Robotik‘ und den Auswirkungen auf Alltagswelt und Arbeitsmarkt. Diese waren teilweise hervorragend recherchiert und beschrieben. Dennoch gibt es wenige Plattformen, Räume, wo diese Themen mit Einbezug der Öffentlichkeit oder eben betroffenen Menschen diskutiert werden.

Gibt es Visionen der Arbeit von morgen, auf die Politik und Wissenschaft gerade hinarbeiten?

In der Politik und Wissenschaft werden die Technologien als die Hoffnungsträger der Zukunft ausgeflaggt. Vor allem im Hinblick auf Prognosen zum Wirtschaftswachstum, zur Konkurrenzfähigkeit und zur Sicherung zukünftiger Innovationschancen gelten die digitalen Technologien als zukunftsweisend und deren Entwicklung als unabwendbar. Diese Prognosen werden in der Wissenschaft teilweise kritisch hinterfragt, jedoch gehen diese Diskussionen weniger in Richtung ‚Visionen‘, sondern bleiben ihrem klassischen wissenschaftlichen Auftrag treu, den Zweifel zu nähren und die Prognosen zu hinterfragen. Gleichsam gibt es jedoch auch hier eine große Zustimmung im Hinblick auf die Förderung der Digitalisierung auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Das KIT steht ebenfalls für diese Entwicklung.

Welches Thema beschäftigt Sie persönlich am meisten und sollte Ihrer Meinung nach mehr Gehör finden? Welches Thema würden Sie gerne den Besucherinnen und Besuchern dieser Veranstaltung mit nach Hause mitgeben?

Mich beschäftigt die Frage, warum die Menschen mehr Vertrauen in die technische Gestaltung der Zukunft haben als in soziale Visionen. Visionen, die angesichts der Weltlage die Frage stellen, wie Friedensfähigkeit, soziale Integration, Gerechtigkeit etc. möglich werden kann. Anstelle der Frage, wie wir unsere digitale Zukunft gestalten sollen, finde ich es zentraler, am Menschen, an der Gesellschaft anzusetzen und ganz andere Fragen zu stellen. Das schließt Technik freilich in hohem Maße mit ein, wenn wir über deren Umsetzung nachdenken müssen.

Eine Frage an Sie persönlich: Was wäre für Sie eine positive Vorstellung der Arbeit im Jahr 2050? Gibt es so etwas wie eine „ToDo-Liste“ an Anliegen, bei denen Weiterentwicklungen und Anpassungen besonders nötig erscheinen?

Ich staune auf Veranstaltungen immer, wie engagiert die Menschen diskutieren, wenn es um Fragen zur Zukunft der digitalen Arbeit geht. Klar, die meisten Menschen sind in Arbeitsprozesse involviert, setzen sich Tag für Tag mit ihren Arbeitsprofilen und Arbeitsumgebungen auseinander. Es wäre schön, mehr Möglichkeiten zu schaffen, um die Frage nach der Gestaltung zukünftiger Arbeit breit zu diskutieren und die Vielfalt der Arbeitswelten miteinzubeziehen. So bleibt die Fragestellung nicht akademisch, sondern wird von vielfachen Erfahrungen bereichert.

Weblinks:

Bettina Krings auf den Seiten des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse

Vortrag: „Mein Kollege, der Roboter: schöne (neue) Arbeitswelten“, gehalten im Rahmen von „KIT im Rathaus“ des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am 12. Juli 2017

Interview: „Bestimmte Arbeitsplätze wird es in Zukunft nicht mehr geben“

Im Vorfeld unserer Diskussionswerkstatt in Durlach erhielten alle unsere Referentinnen und Referenten einen Fragekatalog, der zur Vorbereitung des Podiumsgesprächs diente. Nicht alle gestellten Fragen konnten in 90 Minuten abgearbeitet werden; da die Antworten oft spannend waren und auch für uns neue Informationen enthielten, werden wir einige dieser Interviews in den nächsten Wochen und Monaten veröffentlichen. Unser drittes Interview in der Reihe führten wir mit Alexandra Ries, der Stadtdirektorin des Karlsruher Stadtteils Durlach, welche dieses Amt seit 2004 innehat. Frau Ries war vor ihrer Wahl als Juristin für den Zentralen Juristischen Dienst der Stadt Karlsruhe tätig, Schwerpunkte ihrer Arbeit waren bereits Ende der 1990er Jahre medien- und telekommunikationsrechtliche Fragen beim Übergang in das Internetzeitalter. Bis 2017 war sie nebenberuflich als Gründungsgeschäftsführerin und dann als juristische Beraterin der städtischen TelemaxX Telekommunikation GmbH tätig, zudem ist sie seit 20 Jahren Dozentin der IHK Karlsruhe zu medien- und datenschutzrechtlichen Themen.

Frau Ries, welche Chancen sehen Sie als Stadtdirektorin mit Umbildungsprozessen verbunden, gerade wenn es um Digitalisierung und neue Technologien geht – und welche Risiken?

Vor einigen Jahren war es die Globalisierung, die Chance und Fluch in einem war. Heute wird Ähnliches mit dem Begriff Digitalisierung verbunden. Die Digitalisierung bietet uns dann neue Chancen, wenn wir sie intelligent zum Nutzen der Menschen und nicht nur ihrer selbst willen einsetzen. Wenn wir unsere traditionellen Netzwerke mit neuen, digitalen Technologien verknüpfen und so zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen, können wir die Lebensqualität in vielen Bereichen erhöhen.

Wir haben, nur um einige Beispiele zu nennen, die Chance, neue, intelligente Verkehrssteuerungssysteme auf unseren Straßen einzusetzen oder moderne Verkehrskonzepte zum Wohle aller zu entwickeln. Neue Technologien können auch den öffentlichen Personennahverkehr verbessern und ihn dorthin führen, wo es bisher keinen gab, wie „Bus on demand“-Systeme zeigen werden.

Digitalisierung und neue Technologien können Leben retten, wie uns Anwendungen aus dem Gesundheitswesen zeigen. Nicht vergessen dürfen wir, dass die Digitalisierung einem weniger mobilen Menschen die Möglichkeit gibt, viele seiner Angelegenheiten selbst von zuhause aus zu erledigen. Was die Arbeitswelt anbelangt, schaffen Digitalisierung und neue Technologien insbesondere die Möglichkeit von flexibleren Arbeitszeitmodellen und Homeoffice-Arbeitsplätzen. Für sehr viele Menschen – gerade Frauen – hat dies erst die Chance auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf eröffnet.

Aber dieser Bereich zeigt auch die Risiken deutlich auf. Bestimmte Arbeitsplätze wird es in Zukunft nicht mehr geben, die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird steigen und eine sogenannte Verdichtung der Arbeit ist zu befürchten. Auch für Bürgerinnen und Bürger bestehen Risiken, wenn sie den Herausforderungen, die mit dem Übergang auf Onlinedienste verbunden sind, nicht gewachsen sind. Gerade für die Politik wird es die Aufgabe sein, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit, auf diejenigen zu achten, denen die Veränderungen nicht so leicht fallen.

Umso wichtiger wird es sein:

  • Die Medienkompetenz aller zu stärken. Insbesondere die der Kinder und Jugendlichen, um sie auf die Zukunft vorzubereiten.
  • Lebenslanges Lernen nicht nur zu fordern, sondern als Kommune auch Orte vorzuhalten und Angebote zu fördern, die diese Möglichkeiten anbieten.

Die wissenschaftliche und technische Entwicklung scheint sich immer weiter zu beschleunigen. Was denken Sie, ist die Rolle der Kommune und der (Kommunal-)Politik in gegenwärtigen Modernisierungsprozessen: Eher die des Vorantreibens oder die des Bremsens?

Der Stellenwert der Kommune wird wachsen. Ob und wie ein Zusammenleben gelingt, entscheidet sich in erster Linie in der Kommune, in der gelebten Nachbarschaft von Bürgerinnen und Bürgern. Auf Bundesebene geht es eher darum, eine Politik zu betreiben, die für die Herstellung gleicher Lebensbedingungen im gesamten Land steht.

Bei uns geht es um die Gestaltung der Lebensbedingungen vor Ort. Gesellschaftliche Herausforderungen werden dort gelöst. Eine Herausforderung wird sein, als Kommune ein attraktiver Wohn-, Bildungs- und Arbeitsort zu sein. Persönlich finde ich es immer besser, Veränderungsprozesse im Rahmen der eigenen Möglichkeiten selbst aktiv mitzugestalten als versuchen, sie zu verhindern. Das funktioniert meist eh nicht.

Wie bewerten Sie persönlich die Berufsaussichten von jungen Menschen, die gerade die Schule verlassen? Zu welchem Studien- oder Ausbildungsfach würden Sie persönlich jungen Menschen raten?

Ich bewerte die Berufsaussichten von jungen Menschen als derzeit sehr gut: Selten waren die Möglichkeiten für qualifizierte Schulabgänger so breit gefächert. Jungen Menschen würde ich bei ihrer Studien- und Ausbildungswahl raten, nicht auf Vordergründiges zu achten, sondern sich zu überlegen, was sie glauben, gerne und gut tun zu wollen und zu können. Heute haben viele junge Menschen zum Glück die Möglichkeit, ihren Beruf entsprechend ihrem Talent und ihren Fähigkeiten auszuwählen. Das sollten sie nutzen, denn eines ist klar: Wenn ich für das „brenne“, was ich tue, dann erziele ich bessere Ergebnisse und bin zufriedener.

Wie stellen Sie sich persönlich den Stadtteil Durlach im Jahr 2038 vor? Wenn Sie selbst eine positive Zukunftsvision der Ergebnisse Ihrer Amtszeit beschreiben würden: Wie sähe diese aus?

In Durlach würde ich gerne viel von dem bewahrt sehen, was wir heute haben. Jetzt könnte man sagen, dann muss man ja einfach nichts tun, aber das stimmt nicht. Nichtstun bedeutet letztlich immer Rückschritt und Verschlechterung.

Ich würde Durlach im Jahre 2038 gerne sehen als

  • eine aktive und selbstbewusste Kommune, in der Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmerschaft aktiv und in Kooperation ihr Zusammenleben gestalten;
  • eine generationengerechte Kommune;
  • eine solidarische und sozial sorgende Kommune;
  • eine welt- und europaoffene Kommune.

Um das zu erreichen, sollten wir in eine moderne, familien- und seniorengerechte Infrastruktur investieren und ein aktives gesellschaftliches Miteinander fördern.

Beispiele hierfür sind:

  • der Ausbau von Kitaplätzen;
  • eine Schullandschaft mit gut ausgestatteten Schulen aller Schulformen;
  • sonstige Bildungseinrichtungen wie etwa Volkshochschulen, Bibliotheken, Museen und Jugendkunstschulen;
  • Orte der Begegnung schaffen und erhalten, die modern ausgestattet sind und doch den persönlichen Austausch ermöglichen;
  • eine Seniorenpolitik, die gute Angebote im Spannungsfeld zwischen aktivem Altern und Pflege schafft.

Weblinks:

Alexandra Ries auf der Webseite der Stadt Karlsruhe

Gastbeitrag: „Arbeit der Zukunft – Gedanken von Jean Pütz“

Das Gesicht von Jean Pütz dürfte jenes sein, welches viele Deutsche vor Augen haben, wenn sie an Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus denken. 1936 geboren, wurde Pütz ab den 1970er Jahren mit Fernsehsendungen des WDR wie der „Hobbythek“ und der „Wissenschaftsshow“ bekannt und beliebt. Der Satz „Ich hab‘ da mal was vorbereitet…“ ist durch ihn zu einer festen Redewendung im deutschen Fernsehen geworden. Nebenher war Jean Pütz auch Gründungsmitglied der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) und ist weiterhin als Moderator und Autor aktiv. Der folgende Text wurde von Jean Pütz Anfang Mai 2018 zum Thema des Wissenschaftsjahres in seinem Blog veröffentlicht und er erteilte uns freundlicherweise die Erlaubnis, ihn als Gastbeitrag zu publizieren.

„Ich bin kein Prophet, aber öfters habe ich Entwicklungen vorausgesehen, die sich dann in meinen Fernseh-Sendungen widerspiegelten. Nur als Beispiel: Meine ‚Einführung in die Digitaltechnik‘ lief mit 13 Folgen 1973. Damals konnte ich sogar den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) dazu gewinnen, Vier-Wochen-Begleit-Seminare dazu zu veranstalten. Da mein Begleit-Buch: ‚Einführung in die Digitaltechnik‘ immerhin über 200 000 mal verkauft und einer der wenigen Bestseller des VDI-Verlags wurde, bin ich sicher, dass das bleibenden Eindruck hinterlassen und auch dem Handwerker die Möglichkeiten der Digitaltechnik bereits 20 Jahre vor deren raumgreifender Entwicklung vermittelt hat.

Später – 1978 – in der Sendung ‚Intelligenz en Miniatur – Mikroprozessoren revolutionieren die Technik‘, die im 1. Programm der ARD ausgestrahlt wurde, präsentierte ich am Anfang in einem menschenleeren Studio 20 Maschinen. Diese liefen einfach so vor sich hin und die Kamera erfasste nach und nach jede einzelne Maschine. Nur in einer Ecke auf einem mit Mikroprozessoren bestückten Radtrainer (Dynavit) begegnete die Kamera dem ersten Menschen. Das war ich, aber erst nach vier Minuten, und begann mit meiner Moderation. Das war die Vorwegnahme Industrie 4.0. Dass auch Juroren manchmal klug sein können, wurde mir bewusst, als ich auf diese Sendung hin ein Jahr später den damals hoch dotierten Wissenschaftsjournalistenpreis für Fernsehsendungen, den Batelle-Preis, erhielt.

Auch die Satelliten-Kommunikation, Glasfasertechnik usw. habe ich vorweggenommen und sogar versucht, über BTX eine Art persönliches Internet mit den Fernsehgeräten meiner Zuschauer zu schaffen, was allerdings in die Hose ging.
Das postfaktische Zeitalter vorwegnehmend – und daran warst Du ja auch selbst beteiligt – haben wir die Wissenschaftspressekonferenz gegründet. Damals bat ich die GMD, an der Du tätig warst, eine Plattform zu schaffen, die nicht nur Pressekonferenzen, sondern auch glaubhafte Nachrichten verbreitet werden konnten. Dabei wollte ich die WPK federführend beteiligen. Diese Idee hat sich bei mir so eingefressen, dass ich mit dem aufkommenden Internet eine eigene Plattform schuf, in der es mir seit Jahren gelungen ist, mittlerweile über 45.000 glaubhafte wissenschaftliche Berichte (zum Teil mit der Science Community abgestimmt) zu veröffentlichen.

Anfangs erschien mir das alles als Utopie, aber sie hat sich realisiert. Ich nenne das einmal konkrete Utopie. Wichtige Aspekt, die ich immer eng mit einbezogen habe, waren soziologische und didaktische Elemente. Wie Du weißt, habe ich ja auch ein Soziologie-Studium in Köln abgeschlossen, einzig aus dem Grund, technische mit politischen und soziologischen Aspekten zu vereinen. Es ging mir seinerzeit vor allen Dingen um empirische Soziologie, die René König, Alphons Silbermann und Erwin Scheuch an der Uni Köln vertraten, d. h. die sogenannte Verhaltenssoziologie, die im krassen Gegensatz zur ‚Frankfurter Schule‘ mit ihrer kritischen Theorie stand. Das waren ja eher Philosophen, die wunderbare Konstrukte als Werte postulierten. Nur, als einziger Störfaktor erschien mir der Mensch.

Damals kam ich zur Überzeugung, dass Psychologie Kaffeesatz-Leserei ist, während soziologisches Verhalten sich durchaus in gesetzmäßigen, bzw. Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit, vergleichen lässt. Ich vergleiche das immer mit der Thermodynamik, die das chaotische Verhalten des einzelnen Moleküls nicht vorhersagen kann, aber die Gesamtenergie aller Moleküle im Raum einfach durch ein Thermometer in Graden exakt beschreiben lässt. Eben deshalb, weil eine große Anzahl, d. h. ein großes Sample, auf die Soziologie bezogen solche Rückschlüsse erlaubt.

Darum sollte man ganz vorsichtig sein mit Utopien, die das menschliche Verhalten nicht an vorderster Stelle mit einbeziehen. Das gilt meines Erachtens auch bezüglich des Grundeinkommens. Ein bedingungsloses wäre der größte Fehler, den man machen kann. Hinzu kommt, dass der Mensch, der keine formale Beschäftigung hat, scheitert, nach dem Sprichwort: Müßiggang ist aller Laster Anfang. Er verliert in der Regel sein Selbstbewusstsein und resigniert auch im privaten Raum. Als Beispiel will ich viele Probanden nennen, die in Rente gehen. Der Traum, sich auf die faule Haut legen zu können, ist fortan mit einem Todesurteil verbunden.

Ich bin übrigens fest davon überzeugt – wie das Geschichte lehrt – dass selbst dann, wenn die Industrie 4.0 Raum greift, soviel Arbeitsflächen entstehen, dass jeder, der guten Willens ist, auch eine nützliche Beschäftigung findet. Wobei ich schon immer moniere, dass der Akademiker-Bereich völlig überschätzt wird, währen Menschen, die Hand anlegen, also Handwerker und solche, die Dinge im wahren Sinne begreifen, völlig unterschätzt werden.

Ein erstes Anzeichen dafür ist der bereits heute bestehende Fachleutemangel. Der bedroht auf die Dauer unsere gesamte Wirtschaft. Hier müsste auch etwas am gesellschaftlichen Bewertungs-System getan werden, damit das ‚Duale System‘ inkl. Berufsschulsektor aufgewertet wird. Also, algorithmisches Denken darf nicht nur an Höheren Schulen gelehrt werden, sondern muss auch im berufsbegleitenden Schulen Einzug finden.“

(Fotografie: Philipp Schrögel)

Arbeit der Zukunft – Gedanken von Jean Pütz, 03.05.2018

Philipp Schrögel: Wissen als demokratisches Prinzip. Interview mit Jean Pütz, in:  Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis Jg. 26 3/2017, S. 70-73. 

 

Alle Infos zu unserer Diskussionswerkstatt in Halle

Unsere nächste Diskussionswerkstatt findet im August in Halle statt und wir freuen uns sehr, sie im dortigen Stadtmuseum und erneut mit einem illustren Panel von Sachverständigen durchführen zu können. Der Eintritt ist auch diesmal frei und es wird wie in Durlach Kaffee und Kuchen geben.

Diskussionswerkstatt
WIE WERDEN WIR MORGEN ARBEITEN?
Halle zwischen Abbau und Aufbruch

Der frühere „Chemiearbeiterbezirk“ Halle war das industrielle Rückgrat der DDR. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands kam jedoch der massive Abbau von (Industrie-) Arbeitsplätzen. Die Folge: hohe Arbeitslosigkeit in Halle und Umgebung. Zumindest bis 2003. Seitdem ist ein positiver Trend zu verzeichnen.

Doch einige Probleme, die mit den Veränderungen der 1990er Jahre zusammenhängen, hallen heute noch nach. Vor allem in Bezug auf ältere Langzeitarbeitslose und Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften. Zudem stellen sich neue Herausforderungen an den Nachwuchs. Stichwort: Auszubildende vs. Studierende. Was stellt sich Halle für die Zukunft vor? Welche Rolle kann bzw. muss Bildung spielen? Welchen Nutzen können Stadt und Region aus Digitalisierung und neuen Technologien ziehen? Was tun?

Es diskutieren:

Dr. Petra Bratzke
Agentur für Arbeit Halle

Dr. Karamba Diaby
Mitglied des Deutschen Bundestages

PD Dr. Holle Grünert
Zentrum für Sozialforschung Halle

Charlotte van Lie
Freelancerin

Sonntag, 19. August 2018
Stadtmuseum Halle
Große Märkerstraße 10
14:00 bis 17:00 Uhr
Kaffee & Kuchen
Eintritt frei

Das Projekt „Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft“ ist eine Kooperation des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Halle-Wittenberg und des Vereins science2public, findet im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2018 „Arbeitswelten der Zukunft“ statt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Interview: „Wir mussten lernen, dass wir uns der Rationalisierung nur schwer widersetzen können.“

Im Vorfeld unserer Diskussionswerkstatt in Durlach erhielten alle unsere Referentinnen und Referenten einen Fragekatalog, der zur Vorbereitung des Podiumsgesprächs diente. Nicht alle gestellten Fragen konnten in 90 Minuten abgearbeitet werden; da die Antworten oft spannend waren und auch für uns neue Informationen enthielten, werden wir einige dieser Interviews in den nächsten Wochen und Monaten veröffentlichen. Das zweite Interview führten wir mit Hans Pfalzgraf, der für die SPD im Karlsruher Gemeinderat sowie im Durlacher Ortschaftsrat sitzt. Herr Pfalzgraf ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen​ der SPD Karlsruhe und war zudem mehrere Jahrzehnte lang Betriebsrat und Betriebsratsvorsitzender bei der Badischen Maschinenfabrik Durlach (BMD). Hier begann er als 14-Jähriger 1960 auch seine Ausbildung zum Maschinenschlosser.

Herr Pfalzgraf, Sie waren mehrere Jahrzehnte Maschinenschlosser und Betriebsrat bei der Badischen Maschinenfabrik Durlach (BMD), bis 2002 ein international operierendes Unternehmen. Wann haben Sie begonnen, bei der BMD zu arbeiten? Wie würden Sie das damalige Betriebsklima beschreiben?

Ich habe 1960 bei der BMD eine Lehre als Maschinenschlosser begonnen. Das Betriebsklima war gut, keine beruflichen Existenzsorgen zu jener Zeit, allerdings mussten wir jungen Lehrlinge uns einer damals gewissen Hierarchie beugen (strenger, erzieherischer Umgangston = „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“)

Das Thema unseres Projektes sind ja Zukunftsprognosen in früheren Jahrzehnten. Wie stellten Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen sich in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren die Zukunft der Arbeit vor? Was erhofften Sie sich von weitergehender Automatisierung und später Digitalisierung? Welche Risiken sahen Sie dabei als Arbeitsnehmer wie auch als Betriebsrat Ihres Unternehmens und Gewerkschafter?

In den 1960er Jahren und bis Mitte der 1970er Jahre blickten wir relativ sorglos und damit eigentlich auch etwas gedankenlos in die Zukunft. In jener Zeit galt die BMD als „sicheres“ Unternehmen. Erst mit Beginn verschiedener Besitzerwechsel Ende der 1970er Jahre und mit der Schließung der Gießerei-Abteilung machten sich ernsthafte Sorgen breit. Wir mussten lernen, dass wir uns der Rationalisierung nur schwer widersetzen können. Nur durch entsprechendes Mitwirken galt es zu erreichen, dass so wenig wie möglich Kolleginnen und Kollegen Rationalisierungsopfer wurden.

Wie erlebten Sie den Strukturwandel ab den 1970er Jahren? Durch die Rezession und die Digitalisierung begannen damals die Arbeitslosenzahlen zu steigen – war dies etwas, was sich im deutschen Südwesten stark bemerkbar machte? Wie erlebten Sie Ihre Zeit in den 1980er und 1990er Jahren bei der Badischen Maschinenfabrik? Wie sehr, würden Sie sagen, hat sich der Beruf des Maschinenschlossers über die Jahrzehnte verändert?

Wir erkannten, dass der Strukturwandel auch das vermeintlich sichere Unternehmen BMD eingeholt hat. Der Kampf um den Erhalt sozialer Errungenschaften begann, soziale Absicherung und Anpassung von Löhnen mussten hart erkämpft werden. Bei zunehmender Rationalisierung und stetig weitergehender Automatisierung gewann der Kampf um den reinen Erhalt des Arbeitsplatzes immer mehr an Bedeutung. Globalisierung, einhergehend mit Automatisierung, verlangten viele Opfer; die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen nahm drastisch zu.

Auch heute noch ist der Beruf des Maschinenschlossers sehr anspruchsvoll. Mit der technologischen Weiterentwicklung musste auch dieses Berufsbild angepasst werden, was nach wie vor diesen Beruf anspruchsvoll macht, weit über die normale Facharbeitertätigkeit hinaus.

Was waren für Sie die Gründe, sich gewerkschaftlich und politisch zu engagieren? Sehen Sie Unterschiede zwischen der Tätigkeit eines Betriebsrats in den 1970er und 1980er Jahren und der Gegenwart?

Schon seit frühester Jugend wuchs in mir die Einstellung, dass sich jeder Mensch im Rahmen seiner bestehenden Möglichkeiten in diese Gesellschaft einbringen sollte. Meine persönliche Grundeinstellung bezüglich eines solidarischen Miteinanders mündete im Engagement als Betriebsrat im gewerkschaftlichen Handeln einerseits, und als Kommunalpolitiker im Interesse des Allgemeinwohls politisch zu gestalten andererseits.

Die Anforderungen an die Betriebsräte haben sich insofern geändert, dass nicht nur betriebsinterne Probleme zu behandeln sind, sondern dass das betriebliche Geschehen durch die Globalisierung auf einen weltweiten Aktionsradius erweitert wurde.

Als Stadtrat und Ortschaftsrat für Karlsruhe und Durlach: Was, denken Sie, sind die Herausforderungen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf die Gesellschaft zukommen werden, gerade, wenn es um Themen wie die Digitalisierung geht? Stehen die jüngere und die ältere Generation in Deutschland vor unterschiedlichen Herausforderungen?

Zunächst gilt es, das Vorhandene zu bewahren, Neues offen anzugehen und im Interesse des Allgemeinwohls zu bewerten und dann gegebenenfalls umzusetzen. Digitalisierung muss mit den Menschen gemeinsam umgesetzt werden; sie muss dem Menschen dienen. Sie muss dabei helfen, Abläufe nicht nur im wirtschaftlichen Bereich zu vereinfachen, sondern insgesamt die Strukturen unseres gesellschaftlichen Beisammenseins und Miteinanders zu vereinfachen. Wenn es gelingt, alt Bewährtes zu bewahren, und Neues im Sinne eines guten Miteinanders für die Zukunft zu entwickeln, wird es keinen Widerspruch zwischen Jung und Alt geben.

Wie stellen Sie sich persönlich den Stadtteil Durlach im Juni des Jahres 2038 vor? Eher fliegende Autos und bedingungsloses Grundeinkommen – eher Klimawandel und soziale Konflikte?

Im Widerstreit zwischen Ökonomie und Ökologie und sozialer Gerechtigkeit und aufgrund der derzeitigen Dominanz wirtschaftlicher Interessen befürchte ich eher Probleme in Sachen Klimawandel und sozialer Konflikte, als fliegende Autos und bedingungsloses Grundeinkommen.

Genau diesen Gegensatz gilt es anzugehen und ihn mit einem fairen Umgang untereinander zu überwinden. Wenn dies gelingt, müssen wir um unsere Zukunft keine Sorgen machen.

Weblinks:

Hans Pfalzgraf auf der Webseite der SPD-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat

Interview: „Wir stehen möglicherweise am Ende der Epoche der politisch-industriellen Doppelrevolution“

Im Vorfeld unserer Diskussionswerkstatt in Durlach erhielten alle unsere Referentinnen und Referenten einen Fragekatalog, der zur Vorbereitung des Podiumsgesprächs diente. Nicht alle gestellten Fragen konnten in 90 Minuten abgearbeitet werden; da die Antworten oft spannend waren und auch für uns neue Informationen enthielten, werden wir einige dieser Interviews in den nächsten Wochen und Monaten veröffentlichen. Den Beginn macht das Interview mit dem Historiker Rolf-Ulrich Kunze, der am Institut für Geschichte des KIT neuere und neueste Geschichte lehrt. Prof. Dr. Kunze lebt seit 2001 in Karlsruhe und ist ein ausgewiesener Experte für die Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Neben seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre ist er auch literarisch tätig und hat 2017 seinen zweiten Roman veröffentlicht.

Herr Kunze, bis 1938 war Durlach noch eine eigene Stadt und wurde erst danach ein Stadtteil Karlsruhes. Wie würden Sie die Entwicklung Durlachs im 20. Jahrhundert charakterisieren? Inwiefern bewegte sich der Stadtteil, wie im Titel unserer Veranstaltung beschrieben, zwischen „Dampfmaschine und Digitalisierung“?

Durlach war und ist, wie unsere Podiumsdiskussion aus verschiedenen Perspektiven gezeigt hat, eine eigene Stadt mit eigener Industrialisierungsgeschichte und anderer Sozialstruktur als Karlsruhe. Hier wird ein Modernisierungspfad bis zur Eingemeindung erkennbar, der auch danach erfolgreich eigenständig bleibt. Durlachs Überschaubarkeit macht die Ambivalenz des sozialen Wandels seit der Industrialisierung gut erkennbar. Das ist nicht nur eine eindimensionale Fortschritts-, sondern eine oft harte Anpassungsgeschichte.

Gerade in den 1950er und 1960er Jahren erschien die Zukunft in der Bundesrepublik als rosig. Neue Technologien wie die Atomenergie und die Automation schienen ein Leben im Überfluss in Aussicht zu stellen; Kybernetiker und Futurologen wie Herman Kahn sagten für das Jahr 2000 eine Arbeitswoche von 30 Stunden oder weniger voraus. Wie würden Sie das kollektive Bewusstsein in den Nachkriegsjahrzehnten beschreiben? Und welchen Stellenwert hatte darin die Arbeit?

Die Gesellschaft der Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre ist eine industrielle Arbeits- und Leistungsgesellschaft, wie der Jurist Ernst Forsthoff sie 1971 in seinem Essay „Der Staat der Industriegesellschaft“ idealtypisch beschrieben hat. Diese beruht nicht allein oder auch nur in erster Linie auf großen technischen Innovationen und unternehmerischem Wagemut, sondern vielmehr auf deren Interdependenz mit sozialen Arbeitnehmer-Tugenden und staatlicher Intervention zwischen 1880 bis 1980. Die affluent society, von der John K. Galbraith geprochen hat, kommt bei den Einzelnen später an, als oft angenommen: nicht schon mit dem Wirtschaftswunder, sondern erst mit den Lohnsteigerungen und Konsumoptionen der 1960er Jahre.

Die 1950er Jahre sind im Verhältnis von Kapital und Arbeit geprägt durch den breiten Wiederaufbaukonsens von Wachstum und technikgestütztem Fortschritt. In den 1960er Jahren herrscht die Vision der wachstumsgestützten sozialen Umverteilung und der Durchsetzung eines bildungszentrierten Innovationssystems vor. Die 1970er Jahre lassen lineare Fortschritts- und technoide Wachstumskonzepte im Zeichen der ‚Grenzen des Wachstums‘ prekär erscheinen und betonen die Berechtigung sozialer Partizipation z. B. in Gestalt der Arbeitnehmer-Mitbestimmung. Die 1980er Jahre sind gekennzeichnet durch die neoliberalen Reagonomics, die Ökonomisierung von Gesellschaft, Arbeit und Wissenschaft. In den 1990 Jahren geht es u. a. um neu auszuhandelnde Konsense in der Risiko- und Wachstumsgesellschaft, die unter zunehmenden Globalisierungsdruck gerät. In den 2000ern holen den globalen Westen neue Spaltungen aufgrund neuer Ungleichheit in der Arbeitswelt und der Nord-Süd-Ungleichheit in der Wohlstandsverteilung u. a. durch Migration einerseits, Populismus und Nationalismus andererseits ein.

Die Arbeit ist in allen Phasen sozialen Wandels nicht nur die sozioökonomische, sondern auch humane und soziale Grundlage, wie eine Definition der aktuellen Auflage des Evang. Soziallexikons von 2016 anschaulich macht: „Erwerbsarbeit als Wesensmerkmal moderner Gesellschaften. Arbeit in dem bezeichneten Sinn als Erwerbsarbeit bestimmt die Normalbiographie der überwiegenden Mehrzahl der Menschen. Die grundlegenden sozialen Systeme sind auf die Erwerbsarbeit bezogen, indem sie erstens für die Arbeit qualifizieren, zweitens Friktionen im Arbeitsleben (Unfall, Krankheit, aber auch Arbeitslosigkeit) überbrücken helfen und drittens für einen problemlosen Übergang in den Ruhestand sorgen. Die Erwerbsarbeit ist die Grundlage des bürgerlichen Lebens, auf welcher der soziale und demokratische Rechtsstaat gründet.“ (Traugott Jähnichen, Arbeit, in: Evang. Soziallexikon, hg. v. Jörg Hübner u. a., Stuttgart u. a. 2017, Sp. 58-66, 58).

In den 1970er Jahren folgten dann in kurzem Abstand „Die Grenzen des Wachstums“, Erdölkrise und Rezessionen, welche nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in fast allen westlichen Gesellschaften mit sozialen Konflikten, Terrorismus und einem starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen zusammenfielen. Inzwischen wird diese Entwicklung als ein „Strukturbruch“ beschrieben, der die beständige Steigerung des Wohlstands in den Nachkriegsjahrzehnten ins Wanken brachte. Können Sie das Konzept des Strukturbruchs kurz erläutern – und was veränderte sich zwischen den 1960er und 1980er Jahren am entscheidendsten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

In der Politik bringen die 1970er Jahre das Ende der einhundertjährigen Geschichte des europäischen sozialen Interventionsstaatsmodells mit sich, dem zunächst in Großbritannien, dann auch auf dem europäischen Kontinent die politische Akzeptanz verloren geht. Der RAF-Terrorismus als die mörderische Wendung der „Wiedertäufer der Wohlstandsgesellschaft“ (Erwin K. Scheuch, 1968) markiert in der Bundesrepublik für die bereits stark von Fernsehbildern geprägte Erinnerungskultur diesen Strukturbruch auf blutige Weise. Das hat dazu beigetragen, dass lange Zeit mehr über die RAF als über das Ende der Interventionsstaatlichkeit gesprochen wurde.

In der Wirtschaft bringt die neoliberale Wende mit dem Amtsantritt von Margaret Thatcher als britische Premierministerin 1979 und Ronald Reagan als US-Präsident 1980 den vorläufigen Abschied vom Kapitalismus mit Attributen.

In der Entwicklung der Leitgesellschaften des globalen Westens sieht die Global history in den 1970er Jahren heute eine Stufe der kulturellen Differenzierung und Mobilisierung im Druck zur kontinuierlichen Neuerfindung der eigenen Biographie, die traditionelle Bindungen von der Familie bis zur Religion noch schneller relativiert als bisher. Das hat vor allem mit der Wirkung eines globalen Mediums zu tun, des Fernsehens.

Ein Thema, das damals ebenso diskutiert wurde wie heute ist das der Digitalisierung, wobei diese Ende der 1970er Jahre noch als „Mikrochip-Revolution“ bzw. als „Dritte industrielle Revolution“ beschrieben wird. Die Einführung der neuen Technologie wurde vor allem von den Gewerkschaften kritisch gesehen, besonders vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen, da die durch Digitalisierung überflüssig gewordenen Arbeitskräfte nicht so schnell einen neuen Job fanden. Was versprachen sich Parteien, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen von der neuen Technologie, weswegen lehnten sie sie ab? Und inwiefern wurden „Zukunft“ und „Technik“ in den 1980er Jahren zu Vokabeln des politischen Diskurses – und welche politischen Parteien versuchten diese für sich zu vereinnahmen?

Wie der französische Soziologe Didier Eribon in seinem Schlüsselwerk ‚Rétour à Reims‘ 2009 (dt. Rückkehr nach Reims, 2016) beschreibt, gab es seit Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre eine regelrechte Kampagne von unternehmernahen Sinnstiftern und Think tanks zur Etablierung der Diskursherrschaft einer technikfortschrittsabhängigen Lösung des Konflikts zwischen Arbeit und Kapitel. In deren Konsequenz entstand bei einflussreichen Teilen der intellektuellen Eliten westlicher Länder nicht nur in Frankreich der Eindruck, die technikfortschrittsaffine Dienstleistungsgesellschaft habe den Gegensatz von Kapital und Arbeit weitgehend gelöst. Die von ihr erzeugten neuen sozialen Probleme gerieten damit aus dem politischen Blick. Selbst die Hauptvertreter sozialer Demokratie und ihrer kybernetischen Steuerung, die Sozialdemokraten, verschrieben sich in Europa zumindest teilweise einer Politik des ‚Dritten Wegs‘, der vor allem den Rückbau des sozialen Interventionsstaats voraussetzte. In ganz Europa erleben wir seit einigen Jahren eine Strukturschwäche von sozialdemokratischen und zentristisch-christdemokratischer Politikangeboten, die nicht nur in der Bundesrepublik die Frage nach dem volksparteilichen Integrationsmodell der Politik akut macht.

Für Arbeitgeber bedeutete die elektronische Revolution der Industrialisierung 3.0 neben Effizienzsteigerung in der Produktion eine willkommene Möglichkeit zur Aushebelung der insbesondere in der Bundesrepublik ausgehandelten Arbeitsnehmer-Mitbestimmung durch die immer mehr globale Standortkonkurrrenz. Für Arbeitnehmer wurde nicht nur die Angst vor „Wegrationalisierung“ zum normalen Teil der immer häufiger prekarisierten Erwerbsbiographie, sondern auch eine Umkehrung des gesellschaftlichen Konsenses über die Mitbestimmung. Nicht mehr deren Fehlen schien nun rechtfertigungsbedürftig, sondern das Festhalten an ihr. „Zukunftsfähigkeit“ konnte als deregulierende Überwindung aller Zähmungsversuche der Marktkräfte, deren Einforderung als zukunftsvergessene Besitzstandswahrung interpretiert werden. Die Zukunft war nicht mehr in erster Linie eine soziale, sondern eine von technischen Innovationsversprechen in Verbindung mit der neoliberalen Vorliebe für den individuellen sozialen Aufstieg. Wie weit dieses Mindset das Soziale aus dem Diskurs verdrängen konnte, zeigt sich auch an den Erfolgen der ökologistischen Agenda.

In diesem Kontext bekommt auch die Interpretation der Geschichte auch eine andere Bedeutung. Konfessionell und sozial geprägte Gesellschaften haben eine Vergangenheit, eine veränderbare Gegenwart und eine Zukunft. Technoide und neoliberale Kulturen haben nur Zukünfte, von deren utopischer Projektion aus Sachzwänge an die Gegenwart wie z. B. die Fixierung auf die MINT-Fächer und die Forderung nach einer bestimmten Wissenschaftspolitik abgeleitet werden. Eine Vergangenheit haben und brauchen sie nur als Marketing-Argument im Firmenmuseum oder als rührseliger Bestandteil von Hollywoods Traumwelten, sicherlich nicht in Form kritischen historischen Differenzbewusstseins.

Im letzten Jahr haben Sie sich intensiv mit dem Karlsruher Informatiker Karl Steinbuch beschäftigt, der 2017 100 Jahre alt geworden wäre. Steinbuch war einer der prominentesten Futurologen in der Bundesrepublik, sein Buch „Mensch – Technik – Zukunft“ ist ein Klassiker der Zukunftsforschung. In seiner zweiten Lebenshälfte begann sich Steinbuch jedoch auch stark zur politischen Rechten hin zu entwickeln, so unterstützte er die Republikaner und vertrat in seinen letzten politischen Schriften geschichtsrevisionistische und chauvinistische Thesen. Welche Rolle spielte Steinbuch im politischen Diskurs der Bundesrepublik, inwiefern stand er für eine bestimmte Art und Weise, den technischen Fortschritt zu bewerten? Und wie sollte am besten mit seinem Erbe – etwa dem nach ihm benannten Rechenzentrum des KIT sowie einer Reihe von Stipendien und Förderpreisen – umgegangen werden?

Steinbuch verwendet nicht, wie die offizielle KIT-Lesart es bislang darstellt, erst in seiner zweiten Lebenshälfte Argumente der autoritären und geschichtsapologetischen Rechten, sondern in seinen erfolgreichen Publikumsschriften bereits sehr viel früher. In seiner bei dtv nachgedruckten Schrift ‚Programm 2000‘ von 1970 schreibt Steinbuch z. B. über die 68er-Bewegung: „Ich halte es für eine Aufgabe von größter Bedeutung, die gegenwärtige Bewegung unserer Jugend in erfolgreiche Bahnen zu lenken. Was hier an gutem Willen, moralischem Engagement und Verantwortungsbewußtsein aufbricht, ist mit dem vergleichbar, was ihre Väter und Großväter bei Stalingrad und Langemarck gezeigt haben.“ (Karl Steinbuch, Programm 2000, München, 2. Aufl. 1971, zuerst ebd., 1970), S. 193).

Das KIT sollte sich u. a. im Geist seiner Compliance-Ordnung verpflichtet fühlen, die Causa Steinbuch im Kontext unabhängig und extern zeit- und wissenschaftsgeschichtlich untersuchen zu lassen. Den daraus zu ziehenden Schlüssen möchte und kann ich hier nicht vorgreifen, aber die Dringlichkeit der Klärung betonen.

Seit ein paar Jahren boomt das Thema „Historische Zukunftsforschung“ in der Geschichtswissenschaft. So ist in den letzten drei Jahren eine ganze Reihe von Aufsätzen und Monografien von Historiker*innen wie Lucian Hölscher, Joachim Radkau, Elke Seefried und Achim Landwehr zu diesem Thema (neu-)erschienen. Wie erklären Sie sich persönlich das gesteigerte Interesse an den vergangenen Zukünften? Ist Retrofuturismus das Hobby einer Gesellschaft, der eigene positive Zukunftsentwürfe abhandengekommen sind?

Eine spannende Frage für den Protestantismushistoriker: Wir stehen möglicherweise am Ende der Epoche der politisch-industriellen Doppelrevolution. Einige Politikwissenschaftler sagen auch: am Ende der verfassungsstaatlichen, freiheitlichen Demokratie. Andere sehen den globalen Westen etwa dort, wo das British Empire etwa um 1900 war. Da passen solche Rückblicke ins Bild, die sich einer Zeit widmen, als Zukunft noch attraktiv war. Jedenfalls ist es so aktuell wie selten, sich mit Oswald Spengler und Arnold Toynbee zu beschäftigen. Der Protestantismushistoriker wird – obwohl sich der schöne Spruch bei Martin Luther gar nicht belegen lässt und ihm nur in den Mund gelegt wurde – zum Pflanzen von Apfelbäumchen raten.

Weblinks:

Rolf-Ulrich Kunze auf den Webseiten des Karlsruher Instituts für Technologie

Rolf-Ulrich Kunze auf clio-online

Impressionen zwischen Dampfmaschine und Digitalisierung

Unsere erste Diskussionswerkstatt fand am Sonntag, dem 24. Juni statt und bot Anlass für anregende Debatten. Beginn der Veranstaltung war um 14 Uhr, in den Stunden davor wurde von unserem Team sowie von den Freiwilligen des Seniorenclub Durlachs alles aufgebaut, Kaffee gekocht und das Kuchenbuffet arrangiert. Das erste Mal waren unsere Berliner, Hallenser und Karlsruher Teams alle am selben Ort, wobei wir das obligatorische Selfie im Trubel der Veranstaltung versäumt haben.

Sehr gelobt wurden von Publikum und Referent*innen unsere Inputfilme, die einen ersten Einblick in die Doku ermöglichten, welche zum Jahresende entstehen soll. Das anschließende Podiumsgespräch zwischen Dr. Bettina Krings, Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze, dem Karlsruher Stadtradt Hans Pfalzgraf und der Durlacher Stadtdirektorin Alexandra Ries gestaltete sich aufschlußreich und führte zu einer intensiven Fragerunde durch das Publikum. Die Schwerpunkte der Debatte waren vergangene Zukunftsentwürfe, aber auch die Konflikte, welche sich durch neue Technologien ergeben können sowie die Frage, ob Jugendliche in der Gegenwart vor ganz anderen Herausforderungen stehen als die Generationen vor ihnen. Im Anschluss hatten die Besucherinnen und Besucher noch die Möglichkeit, sich in einer Videobox von unserer Regisseurin Uta Kolano und unserem Kameramann Wolfgang Gaube interviewen zu lassen.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Braun und allen Freiwilligen des Seniorenclubs Durlach, in dessen Räumlichkeiten wir sein durften und bei unseren Referent*innen Frau Krings, Herrn Kunze, Herrn Pfalzgraf und Frau Ries, die die Veranstaltung spannend gestalteten.

Wer sich im Nachhinein einen Eindruck von unserer Veranstaltung machen möchte, findet hier einen ausführlichen Bericht des Journalisten Alexander Mäder von den Riffreportern: Alexander Mäder: Die zwei Seiten des Fortschritts. In: RiffReporter, 28.06 2018.

Zudem gibt es zwei Radio-Beiträge zu unserem Projekt und der Diskussionswerkstatt:

Campusradio Karlsruhe: Zukunftsvisionen in Durlach, 13.06.2018.

Zurück in die Arbeitswelten der Zukunft – Diskussionswerkstätten für den Dialog der Generationen zum Thema Arbeit – Campusreport am 26.06.2018

Durlach zwischen Dampfmaschine und Digitalisierung

Unsere erste Diskussionswerkstatt findet Ende Juni in Karlsruhe-Durlach statt, in ihr beschäftigen wir uns vergleichend mit vergangenen und gegenwärtigen Zukunftsvisionen.

Diskussionswerkstatt
DURLACH ZWISCHEN DAMPFMASCHINE UND DIGITALISIERUNG
Zukunftsvisionen der Arbeit im Gestern und Heute

Aktuell wird diskutiert, welche Veränderungen künstliche Intelligenz, Smart Devices und Digitalisierung in den Arbeitsalltag der Zukunft bringen werden. Diskussionen dieser Art sind jedoch nicht neu: Schon in den 1960er und 1970er Jahren wurde über Chancen und Risiken debattiert, die Rationalisierung, Automatisierung – und Digitalisierung! – mit sich bringen würden. Am 24. Juni wollen wir im Seniorenclub Durlach einen Dialog zwischen den Generationen darüber führen, welche Ideen über die Arbeit von morgen in den letzten Jahrzehnten verbreitet waren, welche dieser Prognosen Wirklichkeit wurden und welche Vorstellungen aktuell über die Zukunft der Arbeit bestehen und jüngere wie ältere Menschen beschäftigen. Als Anschauungsobjekt dient uns der Karlsruher Stadtteil Durlach, der in den letzten Jahrzehnten eine Transformation vom Industriestandort zum Gründerzentrum durchgemacht hat.

Es diskutieren:

Dr. Bettina Krings
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, KIT

Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze
Institut für Geschichte, KIT

Hans Pfalzgraf
Karlsruher Gemeinderat

Alexandra Ries
Ortsvorsteherin Durlach

 

Sonntag, 24. Juni 2018
Seniorenclub Durlach
Rappenstraße 5
14:00 bis 17:30 Uhr
Kaffee & Kuchen
Eintritt frei

Link zur Veranstaltung auf Facebook

Flyer Werkstatt Durlach